Herbert Wagner - Chronist und mehr

Herbert Wagner, am 23. Februar 1930 in Keidelheim geboren, hat als Jugendlicher das Maurerhandwerk beim Vater gelernt und führte nach der Meisterprüfung das Baugeschäft des Vaters weiter, ergänzt durch ein erfolgreiches Planungsbüro. 1984 gab er seinen Beruf aus Krankheitsgründen auf.

Seither widmet er sich chronistischen Aufgaben und beschäftigt sich in vielen kreativen Bereichen. Zitat: “Ich zwinge mich nicht mehr in gerade Linien und rechte Winkel”.

Ein Feld seiner Betätigungen ist die Schriftgestaltung. Dabei zeigt er eine Vorliebe für die Sütterlinschrift, die er in der Schule gelernt und gerne geschrieben hat. Vielleicht mag er sie heute noch besonders deshalb so sehr, weil sie ein Relikt aus schön erlebter Kindheit ist.

Ein weiteres Feld sind Malerei und Zeichnung In vielen Mappen und natürlich an den Wänden des Hauses sind Zeugnisse seines Schaffens gesammelt. Es sind meist intime und sensible Arbeiten, oft mit Inschriften versehen und aufgrund ihrer Spannweite von abstrakt bis realistisch von großer Vielfalt.

Großes Interesse hat Herbert Wagner an dokumentarischen Arbeiten. So beschäftigt er sich insbesondere mit der Geschichte Keidelheims. Er verfügt über eine Sammlung archäologischer Fundstücke, die er z.B. auf der “Horschel” gefunden hat. Er besitzt über 14.000 Negative und Dias, davon aus Keidelheim ca. 1100 Dias. Über 600 Feldpostbriefe seiner im zweiten Weltkrieg gefallenen Brüder hat er mit Schreibmaschine abgeschrieben und mit zahlreichen Anmerkungen versehen.

Seine letzte, 2003 abgeschlossene Arbeit sind die vier Evangelien, die er in Sütterlin aus der Bibel abschrieb und mit Illustrationen versah. Die Pergamentbögen entstanden in der Zeit vom 16.3.1996 bis zum 18.1.2003. Manche Seiten entstanden komplett an einem Tag. Die Schrift und vor allem die graphische Gestaltung sind von der persönlichen Tagesverfassung geprägt.

Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick in die graphische Gestaltung des biblischen Werkes.